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Omega 3 gegen ADHS - So kann ich meinem Kind helfen

Der kleine Ben ist ein quirliges und verspieltes Kind. Auf dem Pausenhof ist er einer der aktivsten Schüler. Doch scheint er eine innere Unruhe mit sich herum zu tragen, die er im Klassenzimmer nicht ablegen kann. Er hat Schwierigkeiten, seine Aufgaben zu erledigen und springt zwischen vielen Dingen hin und her. Konzentrationsprobleme können auf ADHS zurückzuführen sein. Dass man der Krankheit auch mit einer angepassten Ernährung beikommen kann, wissen die wenigsten…

Was ist ADHS?

Hinter dieser Abkürzung steckt die Krankheit „Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom“. Die betroffenen Kinder leiden unter Konzentrationsschwierigkeiten, Unruhe und einer mit Impulsivität verbundenen Verhaltensstörung. Oft wirken diese Kinder wie aufgescheucht, sie stehen permanent unter Strom und sind in ihrem Verhalten höchst sprunghaft. Ein Grund, weswegen sie nicht selten deutlich hinter ihrem intellektuellen Potenzial zurückbleiben und dadurch auch Rückschläge in der schulischen und später beruflichen Laufbahn hinnehmen müssen. Vornehmlich sind für ADHS genetische Faktoren verantwortlich. Es gibt jedoch auch Hinweise, dass ADHS mit einem gestörten Gehirnstoffwechsel sowie einem Mangel an der Gehirnfettsäure DHA zusammenhängen könnte. DHA (Docosahexaensäure) ist dabei eine Omega 3-Fettsäure, die sich beispielsweise in Fisch finden lässt.

Omega 3 gegen ADHS?

Die Wissenschaft hat erstaunliche Ergebnisse hinsichtlich der Wirkung von Omega-3-Fettsäuren gegen ADHS hervorgebracht. Seit gut zehn Jahren beschäftigt sich die Forschung mit der Bedeutung der Omega-3-Fettsäuren für die kindliche Hirnentwicklung, Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit.

Innerhalb zahlreicher Studien wurde immer wieder die positive Wirkung von Omega 3 auf kognitive Prozesse festgestellt. Beispielsweise verfügen Säuglinge und Kleinkinder, die im Mutterleib und in der Stillzeit mit ausreichend Omega-3 versorgt wurden, über bessere motorische Fähigkeiten. Auch eine höhere Sehkraft als bei schlechter versorgten Altersgenossen ist zu beobachten. Dieser Vorsprung in der Entwicklung bleibt den Kindern auch weiterhin erhalten, denn auch im Vorschulalter konnte man bei den Kleinen einen höheren Intelligenzquotienten feststellen als bei Gleichaltrigen.

Hilfe mit angepasster Ernährung gegen ADHS

Omega 3-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren und gehören zu den lebenswichtigen Nährstoffen. Der Körper kann sie selbst nur in sehr geringen Mengen herstellen, weswegen man sie über die Nahrung zuführen muss. Omega 3 ist in verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln, wie z.B. Walnüssen und Soja enthalten. Auch kommen sie in Salzwasserfischen vor, wie z.B. dem Atlantiklachs.

Im menschlichen Körper finden sich auffallend hohe Konzentrationen von Omega-3- Fettsäuren in den Zellen des Gehirns, des zentralen Nervensystems und der Netzhaut. In der Schwangerschaft sowie in den ersten Lebensmonaten eines Kindes werden sie dort in großer Menge eingebaut – ein Prozess, der sich während der gesamten Wachstumsphase fortsetzt und entscheidend zur Entwicklung der Gehirn- und Sehfunktionen beiträgt. Über ihre Rolle als „Bausubstanz“ hinaus beteiligen sich Omega-3-Fettsäuren an der Bildung von Synapsen und Übertragung von Nervenimpulsen im Gehirn – eine weitere wichtige Voraussetzung, damit kognitive Vorgänge wie Denken, Lernen und Erinnern ablaufen können.

„Mit einer entsprechenden Ernährung können Kinder geistige Herausforderungen besser meistern“ sagt Dr. Friedrich Kaiser, Kinderarzt aus Hamburg. Für eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren könnte beispielsweise mit regelmäßigen Fischgerichten gesorgt werden. „Um den täglichen Bedarf mit DHA zu decken, müsste jedes Kind je nach Alter und Gewicht und in Abhängigkeit vom Omega-3-Gehalt im Fisch 200 bis 500 Gramm Fisch pro Woche essen“, erklärt Dr. Kaiser. „ Zum Beispiel enthalten 200 Gramm Lachs ca. 2.800 Milligramm Omega-3-Fettsäuren. Bei einer Lachsportion pro Woche läge somit die Tageszufuhr bei 400 Milligramm Omega-3-Fettsäuren.“ Und was macht man bei kleinen Fischverweigerern? Hier kann man versuchen mit pflanzlichen Lebensmitteln, wie Nüssen, Oliven, Sonnenblumenkernen, Mais, Soja und Sesam arbeiten. Die hier enthaltenen Mengen von Omega 3 sind jedoch eher gering. Höher konzentriert ist das Omega 3 in den verschieden Ölen, wie in Raps- und Leinöl. Ob man mit rein pflanzlicher Ernährung den Bedarf an Omega 3 decken kann, könnte sich als schwierig erweisen. „Daher sollte man vielleicht auch eine kindergerechte Nahrungsergänzung in Erwägung ziehen“, erklärt Dr. Kaiser.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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