Erbrechen in der Schwangerschaft: Schädlich fürs Kind? thinkstockphotos.com

Erbrechen in der Schwangerschaft: Schädlich fürs Kind?

Viele Frauen müssen in den ersten Monaten der Schwangerschaft erbrechen und leiden unter Übelkeit. Es scheint, als sei das gut für die Gesundheit des Embryos.
Im häufigen Erbrechen von Schwangeren sehen Wissenschaftler inzwischen eine sinnvolle Warnreaktion des Körpers hinsichtlich der Ernährung der werdenden Mutter. 80 Prozent der Schwangeren berichten von solchen Beschwerden. Mehrere Untersuchungen haben eine Verbindung zwischen Übelkeit auf der einen und Anzahl der Fehlgeburten auf der anderen Seite aufgezeigt. Frauen, denen in den ersten Schwangerschaftswochen übel war, hatten seltener Fehlgeburten.

Eine aktuelle Studie, deren Ergebnisse im JAMA veröffentlicht wurden, nährt die Warnteichen-Hypothese weiter. Im Vergleich zu den vorherigen Untersuchungen gelang es den Forschern zudem, zwei Unsauberkeiten auszumerzen. Zum einen wurden viele frühere Studien erst in der Spätschwangerschaft durchgeführt – dies kann die Ergebnisse verzerren, da sich nicht alle Frauen an die Übelkeit erinnern (Recall Bias). Zum anderen wurden einige sehr frühe Fehlgeburten übersehen (Length Time Bias). Beide Missstände haben die Forscher in der aktuellen Untersuchung mit Hilfe regelmäßiger Messungen des Hormons hCG umgehen können, das als eventuelle Ursache für die Beschwerden angesehen wird.

Das Ergebnis der randomisierten klinischen EAGER-Studie (Effects of Aspirin in Gestation and Reproduction): Bei Frauen, die über Übelkeit klagten, lag das Risiko für eine Fehlgeburt um 50 Prozent niedriger. Bei denjenigen, die über Übelkeit und Erbrechen klagten, sogar bei 75 Prozent niedriger.

Insgesamt machten bei der Studie 443 weibliche Personen mit. 18 Prozent der Frauen (73 von 409) klagten bereits in den ersten zwei Wochen über Übelkeit und 2,7 Prozent (11 von 409) über Übelkeit und Erbrechen. Diese Anteile stiegen bis zur achten Woche auf 57,3 Prozent (254 von 443) beziehungsweise 26,6 Prozent (118 von 443). Einschränkend muss man sagen, dass in der Studie lediglich Frauen aufgenommen wurden, die nach einer oder zwei früheren Fehlgeburten erneut versuchten, schwanger zu werden.
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team