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Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten bei Zahnverlust

Brücke, Krone, Prothese oder doch ein Implantat?

Ob durch Unfälle, mangelhafte Zahnpflege oder daraus resultierende Krankheiten wie Karies und Parodontitis – Zahnverlust kommt nicht nur im hohen Alter vor, sondern kann auch jüngere Menschen treffen. In solchen Fällen benötigen Betroffene einen professionellen Zahnersatz.
Unbehandelte Lücken verursachen zusätzliche Probleme wie Zahnfleisch- und Kieferknochenrückgang, Fehlstellungen der verbleibenden Zähne oder weiteren Zahnverlust. „Im Falle eines Zahnverlusts fällt es nicht nur schwer zu kauen und zu beißen. Neben physischen Problemen führt dies häufig auch zu einer psychischen Belastung. Vor allem bei fehlenden Zähnen im Frontbereich des Gebisses fühlen sich Betroffene beim Sprechen oder Lächeln unwohl oder schränken dies sogar so weit wie möglich ein“, weiß Dr. Dr. med. dent. Thea Lingohr MSc., Zahnärztin und Oralchirurgin aus Köln und Inhaberin der Zahnarztpraxis Dr. Dr. Lingohr & Kollegen. Von Brücken über Kronen und Prothesen bis zu Implantaten gibt es verschiedene Möglichkeiten, um fehlende Zähne zu ersetzen. Dr. Dr. Thea Lingohr benennt die jeweiligen Vor- und Nachteile:

1. Brücken

„Brückenkonstruktionen verwenden Zahnärzte bei einzeln auftretenden Zahnlücken. Mediziner setzten dabei ein Brückenglied, meist aus Keramik, ein und schleifen die umliegenden Zähne ab. Auf diese Zähne werden zwei hohle Körper gesetzt, die als Stabilisator dienen und die Brücke festigen. Es handelt sich bei dieser Methode also um einen festen Zahnersatz mit langer Haltbarkeit, für den Krankenkassen einen festen Zuschuss zahlen. Allerdings werden durch das Abschleifen auch gesunde Zähne in Mitleidenschaft gezogen und intakter Zahnschmelz wird zerstört. Außerdem erfolgt keine weitere Beanspruchung des Kieferknochens, sodass Knochenabbau droht.“

2. Kronen

„Streng genommen handelt es sich bei Kronen nicht um Zahnersatz, sondern um eine dem natürlichen Zahn nachempfundene Ummantelung für einen defekten Zahn. Um beschädigte Zähne zu retten, werden zunächst bestehende Füllungen und möglicher Kariesbefall entfernt, um anschließend eine Aufbaufüllung auf den natürlichen Zahnstumpf aufzutragen. Danach erfolgt das Beschleifen des Zahnes, um Platz für die Krone zu schaffen. Abschließend wird der Zahnersatz, also die Krone, auf den Stumpf gesetzt und festzementiert. So bleibt der Zahnstumpf erhalten. Auch für diese Methode gibt es von Krankenkassen feste Zuschüsse, allerdings besteht das Risiko des Absterbens des Zahns nach dem Beschleifen.“

3. Prothesen

„Bei Prothesen handelt es sich um künstliche Zähne, die als Teil- oder Vollanfertigung die eigenen Zähne ersetzen. Prothesen stellen eine relativ kostengünstige Alternative dar, bringen jedoch einige Nachteile mit sich. Die Anwendung bedingt meist den Einsatz von Haftcreme, die Folgekosten verursacht. Zudem lösen Prothesen häufig Druck auf das empfindliche Zahnfleisch aus, was den Tragekomfort beeinträchtigt. Beim Sprechen oder Essen kann dieser Zahnersatz auch verrutschen. Bei Teilprothesen besteht auch die Möglichkeit, dass sich bei nicht korrektem Sitz unter ihnen Keime und Bakterien festsetzen.“

4. Implantate

„Zahnimplantate eignen sich beim Verlust einzelner Zähne, zur Versorgung größerer Lücken oder sogar des ganzen zahnlosen Kiefers. Sie setzen sich aus einer künstlichen Wurzel, einem Pfosten, der als Verbindungsstück zur Krone dient, sowie täuschend echt anmutenden Aufsätzen zusammen. Meist findet dabei das Material Keramik Verwendung. Sie lassen sich einsetzen, ohne dabei andere Zähne zu beschädigen. Außerdem bieten sie sicheren Halt, einen festen Biss und besten Tragekomfort ohne schmerzende Druckstellen. Anders als bei herkömmlichem Zahnersatz schließen Implantataufsätze auch optimal mit dem Zahnfleischrand ab und sorgen für ein makelloses Lächeln. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Implantate den Kieferknochen weiter beanspruchen und so Knochenschwund minimieren. Sie bedürfen jedoch einer ebenso intensiven Pflege wie echte Zähne, da sonst Erkrankungen wie Parodontitis die Folge darstellen können. Zunächst entstehen auch höhere Kosten als etwa bei Brücken oder Kronen, doch auch hier zahlt die Krankenkasse einen Festzuschuss und es entstehen keine Folgekosten.“

Weitere Informationen unter www.dr-lingohr.de 
 

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