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Nervenschädigung: Symptome behandeln

Rückenschmerzen oder Symptome einer Nervenschädigung?

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Gehören Sie auch zu den Menschen, die schon einmal mit Rückenschmerzen zu kämpfen hatten? Dann zählen Sie sogar zur Mehrheit der Bevölkerung. Denn den meisten Personen geht es mindestens einmal im Leben so, dass der Rücken schmerzt. Doch was, wenn die Beschwerden chronisch werden oder Symptome einer Nervenschädigung hinzukommen? Hier erfahren Sie mehr zu den möglichen Ursachen und wie Nervenschäden zu behandeln sind.

Symptome einer Nervenschädigung kommen häufig vor

Treten Rücken- oder andere Schmerzen regelmäßig mit nur kurzen Pausen auf oder bleiben sie sogar dauerhaft, länger als zwei Monate bestehen, dann sprechen Fachleute von chronischen Schmerzen. In Deutschland leiden etwa fünf Millionen Menschen unter solchen Schmerzzuständen, die teils sogar zur Erwerbsunfähigkeit führen. Nicht immer sind Schmerzen im Rücken Symptome vorliegender Nervenschäden. Doch auch Nervenschäden sind relativ häufig: etwa acht Prozent der europäischen Bevölkerung sind hier betroffen. Rückenschmerzen und Nervenschädigung treten also nicht zwangsläufig gemeinsam auf, hängen jedoch oftmals eng zusammen. Woran ist es nun aber möglich zu erkennen, ob eine Nervenschädigung zu den Ursachen der Rückenschmerzen gehört?

Nervenschädigung erkennen

Leiden Personen unter Rückenschmerzen, dann sind oftmals Verspannungen, Fehlhaltungen oder ungünstige alltägliche Gewohnheiten die Ursache. Vielleicht kennen Sie das Gefühl, sich nicht richtig bewegen zu können und sich irgendwie steif zu fühlen. Eventuell fallen bestimmte Haltungen schwer oder der Schmerz verstärkt sich durch körperliche Belastung. Viele Menschen sitzen im Alltag zu viel, arbeiten häufig am Computer oder schauen auf das Smartphone. In der Folge entwickeln sich dumpfe Beschwerden im unteren Rücken oder im Schulter- sowie Nackenbereich. Doch eine Nervenschädigung zeigt sich durch andere Symptome: Der Schmerz kommt plötzlich, „schießt“ sozusagen in die Gliedmaßen, es kommt zu Empfindungs- und Sensibilitätsstörungen, wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle. Auch wenn Sie beispielsweise ein Brennen oder Stechen spüren, das vom Gesäß in Richtung Bein ausstrahlt, nehmen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Symptome einer Nervenschädigung oder -reizung wahr – in diesem Fall eine sogenannte Ischialgie, die Reizung des Ischiasnervs.

Dabei führen auf der einen Seite bestehende Nervenschäden im Bereich der Wirbelsäule zum Beispiel zu Symptomen im Rücken sowie je nach Lage zu ausstrahlenden Beschwerden in Arme oder Beine. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch die Möglichkeit, dass Rückenschmerzen und die damit oftmals einhergehende Schon- oder Fehlhaltung, überhaupt erst zu den Ursachen für eine Nervenschädigung zählen.

Ursachen für die Nervenschädigung entdecken

Leiden Sie unter Schmerzen, die mit Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder vielleicht sogar Störungen in der Organfunktion einhergehen, dann ist dies bereits ein erster Hinweis für eine Beteilung von Nervengewebe. Spätestens in solchen Fällen, aber auch schon bei stets wiederkehrenden Beschwerden, ist der Besuch beim Facharzt sinnvoll, um langfristige Schäden sowie eine Chronifizierung zu vermeiden.

Zur Diagnostik gehört neben einem ausführlichen Gespräch zu den von Ihnen empfundenen Symptomen auch eine gründliche körperliche Untersuchung. Von Fall zu Fall sind unterstützend bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Computer- oder Magnetresonanztomographie (CT oder MRT) notwendig. Auf diese Weise sucht der Behandler gemeinsam mit Ihnen nach den Ursachen für die Schmerzen. Eine eventuell vorliegende Nervenschädigung wird so aufgedeckt oder ausgeschlossen.

Symptome einer Nervenschädigung behandeln

Nun ist es raus: Die Diagnostik zeigt Nervenschädigungen oder -reizungen und im Idealfall sind auf den Bildern sogar die Ursachen zu erkennen. Die gute Nachricht ist, dass Sie auf diese Weise eine Erklärung für die unangenehmen Symptome haben. Somit kann eine gezielte Behandlung starten. Doch wie sieht diese aus? Ist es überhaupt möglich, Nervenschäden zu behandeln und die Schmerzen zu lindern?

Sind die Ursachen für die Neuralgie, so lautet die Bezeichnung für Schmerzen oder Empfindungsstörungen die im Versorgungsgebiet von Nerven entstehen, bekannt, dann ist schon ein erster, wichtiger Schritt getan. Schließlich ist der Behandlungserfolg jedoch vom Ausmaß der Nervenschädigung abhängig und so ist es unmöglich, eine allgemeingültige Antwort zu geben. Doch die Symptome lassen sich durch individuell angepasste, ganzheitliche Therapieansätze lindern, wobei meist mehrere Methoden in Kombination die beste Wirkung entfalten:

• Medikamentöse Schmerztherapie
• Physio- und Psychotherapie
• Akupunktur
• Entspannungsmethoden
• elektrische Stimulation der Nerven

Lösen Fehlhaltungen oder -stellungen, ungünstige Gewohnheiten oder altersbedingte Abnutzungen die Symptome der Nervenschädigung aus, so ist es wichtig, im Rahmen von Patientenschulungen neue Bewegungsabläufe zu etablieren und bestehende Routinen gegebenenfalls zu ersetzen.



Quellen:

„Rücken- und Kreuzschmerzen“. gesundheitsinformation.de. https://www.gesundheitsinformation.de/ruecken-und-kreuzschmerzen.html. Zugegriffen 14. Februar 2023.
„Nerven- und Rückenschmerzen“. Deutsche Hirnstiftung, 14. August 2020, https://hirnstiftung.org/alle-erkrankungen/nerven-und-rueckenschmerzen/. Zugegriffen 14. Februar 2023.
„Rückenschmerzen: Ursachen, Symptome, Behandlung“. Rheuma-liga.de, 31. Januar 2023, https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/rueckenschmerzen. Zugegriffen 15. Februar 2023.
„Was sind Nervenschmerzen? » Häufige Schmerzarten » Schmerzmedizin » Anästhesisten im Netz - Ihr Portal für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerzmedizin »“. Anaesthesisten-im-netz.de, https://www.anaesthesisten-im-netz.de/schmerzmedizin/haeufige-schmerzarten/nervenschmerzen/. Zugegriffen 15. Februar 2023.