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Was ist die Eigenblutbehandlung?

Eine Eigenblutbehandlung versteht sich als ein Verfahren, bei dem durch venöse Blutentnahme und anschließender Reinjektion eine Abwehrreaktion des Körpers ausgelöst wird. Mit ihr soll das Immunsystem aktiviert werden. Wir zeigen Euch auf, wie die naturheilkundliche Methode funktioniert und was sie bewirken soll.

Bei der sogenannten Eigenblutbehandlung handelt es sich um eine Umstimmungstherapie oder auch Reiztherapie. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Verfahren bei Infektionskrankheiten angewendet. Der Berliner Chirurg August Bier hat die Therapiemethode Ende der 30er Jahre theoretisch begründet und war damit auch für die Verbreitung der Behandlung in den 50er und 60er Jahren verantwortlich.

Der Vorteil des Verfahrens besteht, nach den Befürwortern der Behandlung, in der positiven Wirkung, welche die Therapie auf den Körper und das Immunsystem haben soll. In mehreren Sitzungen sollen sich dadurch die körpereigenen Selbstheilungsfähigkeiten steigern lassen. Die Behandlungszeit erstreckt sich über mehrere Wochen, in denen die neu gewonnene Stärke der körpereigenen Abwehrkräfte allerdings erst noch gefestigt werden muss.

Wann sollte man eine Behandlung in Erwägung ziehen?

Bereits bei den üblichen Anzeichen für ein schwaches Immunsystem, beispielsweise einem anhaltenden Müdigkeitsgefühl oder einem Energiemangel, kann man die Eigenblutbehandlung in Erwägung ziehen. Außerdem soll die Methode Allergien, rheumatische Erkrankungen, Hautkrankheiten und Durchblutungsstörungen  entgegenwirken können. Aber auch bei Schlafmangel oder bei häufig auftretenden und lange anhaltenden Krankheiten könne die Heilmethode anschlagen. Für gewöhnlich sollte man trotzdem den Hausarzt oder den behandelnden Arzt zu seiner Einschätzung der Therapie und den Aussichten auf Erfolg befragen.

Die unterschiedlichen Arten der Eigenblutbehandlung

Die Theorie der herkömmlichen Eigenbluttherapie ist relativ simpel. Dem Patient wird venös eine geringe Menge (bis zu 5 ml) Blut entnommen und anschließend wieder injiziert. Diesmal allerdings intramuskulär in das Gesäß oder den Oberarm. Im direkten Anschluss an die ersten Behandlungen kann es zu Müdigkeitsgefühlen kommen, was aber nur ein Zeichen dafür sein soll, dass die Behandlung anschlägt.

Bis heute wurden noch weitere Varianten der Eigenbluttherapie entwickelt, die jedoch nicht so häufig angewendet werden, wie die ursprüngliche Methode. Bei diesen Verfahrensarten wird das Blut nach der Entnahme zuerst behandelt, bevor es injiziert wird. Die Aufbereitung geschieht mittels homöopathischer Mittel, die eine spezifische Reaktion bewirken sollen. Mit gezieltem Ansprechen des Körpers könne man so Einfluss auf Allergien oder das Abwehrsystem nehmen.

Welchen Sinn verfolgt die Eigenblutbehandlung

Ziel der herkömmlichen Eigenblutbehandlung ist es, den Körper von innen heraus zu stärken und verlorene Abwehrmechanismen zu reaktivieren. Das reinjizierte Blut soll bei jeder Injektion  als Fremdkörper erkannt werden und die Freisetzung von Abwehrstoffen aktivieren. Hierbei sollen Immunzellen in großer Zahl ausgeschüttet werden, welche die Reizstoffe aufspüren, erkennen und anschließend zerstören.

Das regelmäßige Vollziehen der Behandlung stelle für das Immunstem eine Art Training dar, in dem es immer wieder gefordert werde, den eingedrungenen Erreger zu erkennen und vor Ausbruch einer Krankheit zu vernichten.

Kritik an der Wirkung der Eigenbluttherapie

Bis heute wird die Wirksamkeit Eigenblutbehandlung von Teilen der Wissen- und Ärzteschaft bezweifelt. Ein Hauptgrund liegt darin, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, dass die nach der Reinjektion ausgelöste antientzündliche Reaktion ausreicht, um die Beschwerden zu lindern oder womöglich zu heilen.

Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass selbst die Wirkungsvorstellungen der Ärzte, welche das Verfahren anwenden, auseinandergehen oder sich wiedersprechen.
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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