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Hilft Sport gegen Migräne?

Migräne ist nicht nur ein einfacher Kopfschmerz. Es handelt sich um eine Krankheit, die mit körperlichen Beschwerden einhergeht. Um Migräne vorzubeugen, bietet sich Ausdauersport als Maßnahme an.

Wer unter Migräne leidet, reagiert überempfindlich auf Umweltreize, wie beispielsweise grelles Licht oder starke Gerüche. Übelkeit und Erbrechen sind unangenehme Begleiterscheinungen. Im Vorfeld können Wahrnehmungsstörungen auftreten. Eine Migräne-Attacke dauert bis zu 72 Stunden, dabei treten die Schmerzen meist halbseitig auf. Etwa 15 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer leiden unter Migräne. Insgesamt gibt es in Deutschland knapp zehn Millionen Menschen, die unter dieser Krankheit leiden. Sie ist zwar nicht heilbar, lässt sich aber erfolgreich behandeln.

Ausdauersport kann hierzu einen positiven Beitrag leisten. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Helios Klinikum Aue bestätigt dies in einer Meta-Analyse. Der Nutzen von Ausdauersport konnte hierbei in vier Studien aus den Jahren 1988 bis 2007 mit 97 Patienten belegt werden.

Studie des Helios Klinikums Aue

Die Häufigkeit und Intensität der Migräneattacken ging bei den Patienten, die Ausdauersport ausübten, zurück. Alle Betroffenen wiesen eine Migräne ohne sogenannte „Aura“, also ohne Sehstörungen und den Verlust von Berührungsempfindungen, auf. Die Patienten trieben zwei- bis dreimal pro Woche Ausdauersportarten wie Walken, Joggen oder Radfahren. Die Dauer variierte zwischen zwanzig und sechzig Minuten. Insgesamt wurden sie über einen Zeitraum von zwei bis 26 Wochen beobachtet.

Die Auswertung der Studie ergab, dass Ausdauersport einen positiven Effekt auf die Intensität und Häufigkeit der Migräne hat. In allen vier Studien gaben die Patienten an, seltener Kopfschmerzen zu haben. Die Attacken waren zudem weniger heftig und dauerten kürzer an. Dieses Ergebnis bestätigt auch eine Studie türkischer Neurologen. Sie ließen vierzig Patienten ihre Medikamente absetzen und stattdessen dreimal die Woche ein halbstündiges aerobes Sportprogramm absolvieren. Nach sechs Wochen hatten die Betroffenen nur noch halb so viele und deutlich abgeschwächte Migräneattacken.

Bei einem aeroben Training werden Übungen auf einem mittleren Leistungsniveau absolviert. Der Körper wird hierbei mit mindestens soviel Sauerstoff versorgt, wie er verbraucht. Diese Form eignet sich besonders gut für Ausdauer- und Herz-Kreislauf-Training, da eine übermäßige Laktatansammlung im Blut und damit auch eine vorzeitige Ermüdung verhindert werden.

Die deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) rät daher den Betroffenen, regelmäßig Sport zu betreiben.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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