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Wie entsteht Tinnitus?

Ein Silvesterböller, eine Diskonacht oder ein Rockkonzert können dafür sorgen, dass man ein lautes Pfeifen auf den Ohren hat. Normalerweise verschwindet das Geräusch nach wenigen Minuten oder Stunden wieder. Beim Tinnitus jedoch nicht…

Als Tinnitus bezeichnet man vereinfacht ausgedrückt ein unangenehmes Geräusch im Ohr, das nicht mehr verschwindet. Ein Tinnitus äußert sich häufig in einem Pfeifen, kann aber auch in Form eines Klickens, Summens, Klingelns oder Rauschens auftreten. Alle diese Geräusche haben gemeinsam, dass sie chronisch werden können, sofern man nichts dagegen unternimmt. Und was in der ersten Zeit nur auf die Nerven geht, kann über einen längeren Zeitraum die Psyche belasten und im Extremfall zu Depressionen führen.

So entsteht der Tinnitus

Tinnitus ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Er kann nicht nur durch laute Geräusche entstehen. Auch Verspannungen der Nackenmuskulatur, Probleme in der Wirbelsäule oder eine falsche Sitzhaltung können das permanente Geräusch verursachen. Das Phantomgeräusch kann auch Anzeichen für Entzündungen im Ohr, Morbus Menière, zu viel Ohrenschmalz oder Stress sein.

Der Tinnitus ist eine akustische Wahrnehmung. Man hört etwas zusätzlich zu den Geräuschen, die aus der Umgebung auf das Ohr einwirken. In der Regel liegt eine Störung der Hörfunktion vor. Der Tinnitus hat dabei nichts mit den Geräuschen im direkten Umfeld des Patienten zu tun.

Laut einer Studie an der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore könnten übereifrige Helferzellen das Geräusch verursachen. Die Forscher fanden zumindest bei Rattenbabys übereifrige Helferzellen. Bei einer Verletzung am Innenohr werden diese Zellen außerplanmäßig aktiv, setzen ATPs frei, die an den Hörzellen andocken. Das wiederum kann einen Dominoeffekt auslösen. Die Hörzellen setzen Glutamat frei, was wiederum die Nervenzellen aktiviert. Diese leiten einen Reiz an das Gehirn weiter, das diesen Reiz als Geräusch interpretiert.

Bei den Verspannungen können Nervenwurzeln zusammengedrückt werden. Im schlimmeren Fall drückt ein Bandscheibenvorfall auf das Rückenmark. Auch dann werden falsche Informationen an das Gehirn gesendet. Beides kann Tinnitus verursachen.

Tinnitus kann chronisch werden

Wenn das Geräusch auf den Ohren nach einem Tag nicht verschwunden ist, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen. Ansonsten kann es passieren, dass der Tinnitus chronisch wird und bis zum Lebensende bleibt. Besonders in stillen Räumen kann das Dauergeräusch schnell zu einer Qual werden. Bei starker Ausprägung hört man das Geräusch sogar, wenn einige Nebengeräusche vorhanden sind.

Nach einem Tag zum Arzt

Je länger man das Geräusch hat und nichts dagegen tut, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Tinnitus bleibt. Darum sollte man als Erstes einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Der kann sich die Sache einmal genau anschauen und Gegenmaßnahmen einleiten. Zudem sollte man die Ohren schonen und einen Ort der Stille aufsuchen.
Um herauszufinden, ob der Tinnitus seine Ursache im Rücken oder Nacken hat, können die Betroffenen zudem von einem Orthopäden mit Hilfe von Lichtstrahlen vermessen werden. Wie bei einer Landkarte wird jeder Millimeter abgetastet. Der Orthopäde vergleicht sein Ergebnis mit 30.000 Bildern von gesunden Wirbelsäulen und kann so Fehlhaltungen feststellen oder gegebenenfalls ausschließen.

Körpereigene Statik wird vermessen

Anhand des fertigen Bildes lässt sich die körpereigene Statik, also die Stabilität ermitteln. Dann wird schnell klar, ob der Tinnitus vom Rücken oder Nacken herrührt oder doch vom AC/DC-Konzert am Abend zuvor.

Ist der Nacken schuld, kann man die Verspannungen und damit auch den Tinnitus mit ganz einfachen Methoden loswerden. Eine Wärme- oder Physiotherapie lockert die Muskeln und löst Verspannungen. Hat man ein Pfeifen auf den Ohren, sollte man aber auf jeden Fall nach einem Tag zum Arzt gehen.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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