Wie gefährlich ist Zugluft? thinkstock
Erkältung im Sommer

Wie gefährlich ist Zugluft?

Gefährliches Phänomen im Sommer: In überhitzten S-Bahnen oder nicht-klimatisierten Büroräumen sehnt man sich nach einer kühlen Brise. Wer sich dann aber der Zugluft aussetzt, wird schnell krank: Erkältungen und Verspannungen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich können die Folge sein.

Luftzug: Der Körper kühlt aus

Das Öffnen der Fenster und Türen bringt zwar zunächst eine Abkühlung. Gleichzeitig wird der Körper durch den steten und seichten Luftzug aber auch schnell unterkühlt: Die Kälterezeptoren der Haut reagieren nicht auf den Luftzug, der Körper gewöhnt sich an die veränderten Temperaturen und leitet keine Abwehrmaßnahmen ein. Dies hat zur Folge, dass diejenigen Körperstellen auskühlen, an denen die Luft auftritt.

Trifft die Luft auf den Hals, senkt das die Temperatur in der Rachenschleimhaut. Die Schleimhaut trocknet aus und kann somit nicht mehr als Schutzschild agieren: Bereits aufgenommenen Viren wird es bei der geschwächten Immunabwehr nun leicht gemacht. Eine Erkältung ist die Folge.

Zu Muskelverspannungen kommt es aus demselben Grund: Die Kälterezeptoren reagieren nicht auf den Luftzug, somit wird auch die Durchblutung nicht erhöht. Durch die schlechtere Durchblutung kühlen die darunter liegenden Muskeln aus und die Muskulatur kann sich verspannen: Man hat sich also „einen Zug geholt“.

Zugluft bei Klimaanlagen und Ventilatoren

Zwar empfinden viele eine Klimaanlage im Büro als angenehm. Wenn es draußen sehr heiß ist, wird in den Büroräumen gerne extrem runtergekühlt. Auch hierbei kann es vor allem bei älteren Modellen zu einem permanenten Luftzug kommen, den man oft erst bemerkt, wenn man längst friert.

Gerade wenn es draußen über 30 Grad hat, empfiehlt es sich, die Klimaanlage nicht kälter als 20 Grad einzustellen. Zudem sollte man nicht ständig zwischen gekühlten und nicht-gekühlten Räumen wechseln, denn das belastet den Kreislauf.
Ventilatoren sind nur für einen kurzzeitigen Einsatz aus genügend Abstand sinnvoll. Auch hier kann ein stetiger, sachter Windzug schnell gefährlich werden, er bewirkt das gleiche wie der stete Windstrom von draußen.

Wie kann man sich vor Zugluft schützen?

Der einfachste Weg ist, Zugluft einfach zu vermeiden. Da dies in überfüllten S-Bahnen oder in Großraumbüros nicht immer möglich ist, gilt die Devise: Wenn vorhanden, den Kragen hochstellen oder den Hals mit einem Tuch bedecken.
Im Auto sollte man weder verschwitzt mit offenem Fenster fahren, noch die Klimaanlage voll aufdrehen und die Lüftung direkt auf sich richten.

Das richtige Lüften ist ebenfalls von großer Wichtigkeit: Morgens und abends sollte man die Räume richtig durchlüften – in dieser Zeit ist es aber ratsam, die Räume zu verlassen oder sich eine Strickjacke überzuziehen.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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