Gesunder Schlaf bei Vollmond?

Gesunder Schlaf bei Vollmond?

Schlecht geschlafen? Daran war bestimmt der Vollmond schuld. Unser Trabant hat großen Einfluss auf die Erde und auf viele Menschen. So hängen beispielsweise Ebbe und Flut vom Mond ab. Aber schläft man bei Vollmond auch wirklich schlechter?

Um den Vollmond ranken sich viele Mythen. So soll es zu dieser Zeit mehr Geburten geben, mehr psychische Probleme oder mehr medizinische Notfälle. Doch bisher hat noch keine Studie diese Mythen bestätigen können. Das gilt auch für die These, dass unser Trabant unseren Schlaf entscheidend stören soll.

Viele Menschen sind von Schlafstörungen betroffen. Laut einer aktuellen Studie der DAK hat alleine in Nordrhein-Westfalen jeder zweite Arbeitnehmer mit Schlafproblemen zu kämpfen. Doch wie auch Professor Dr. Jürgen Zulley, Schlafexperte und Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums und Leitender Psychologe am Universitäts- und Bezirksklinikum Regensburg, bestätigt, ist der Mond unschuldig.

Selbsterfüllende Prophezeiung

„Es gibt genügend Untersuchungen, die belegen, dass der Mond keinen Einfluss auf den Schlaf hat“, sagt Professor Dr. Jürgen Zulley. Das hat auch eine aktuelle österreichische Untersuchung ergeben. In dieser versuchten die Forscher sechs Jahre lang einen Zusammenhang zwischen der Mondfülle und Schlafproblemen zu finden – vergebens. Professor Zulley erklärt die Annahme, dass der Vollmond unsere Nachtruhe stört, mit einer einfachen Annahme: „Es ist vielmehr so: Die selbsterfüllende Prophezeiung, bei Vollmond schlechter zu schlafen, lässt uns dann auch wirklich schlechter schlafen. Dazu müssen wir aber wissen, dass Vollmond ist.“

Auch die Annahme, dass uns der Mond aufgrund seiner Helligkeit wach hält, kann man getrost ins Reich der Fabel verweisen. Denn fast jede Straßenlaterne leuchtet heller als der Vollmond am wolkenlosen Himmel. Und sobald man die Vorhänge zuzieht, sperrt man auch das Mondlicht aus. Insofern stört der Vollmond nur dann unseren Schlaf, wenn wir nachts im Bett liegen und an den Vollmond denken.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team