Zeckenalarm - Was tun? istockphoto.com/RolfAasa

Zeckenalarm - Was tun?

Biologen in ganz Deutschland schlagen erstmalig in diesem Jahr Alarm: die „Zeckenstationen“ verzeichnen in diesen Tagen eine stark gestiegene Zeckenaktivität. Somit ist der Winterschlaf der Ixodida, wie die Zecke im Lateinischen genannt wird, wohl beendet und man muss sich nun vermehrt auf Zeckenbisse einstellen. Wir verraten, wie man sich vor den Blutsaugern schützen kann.

Konzentration im Südosten

Dr. Olaf Kahl, einer der beiden wissenschaftlichen Leiter der Firma tick-radar und Mitbetreiber der Seite www.zeckenwetter.de, fasst zusammen: „Drei unserer insgesamt sechs Zeckenobservatorien haben in den letzten Tagen einen heftigen Anstieg der Zeckenaktivität gemessen. Daran haben nicht nur die gestiegenen Temperaturen Anteil, sondern auch der vielerorts gefallene Regen. Besonders betroffen sind Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Thüringen.“ Aufgrund der frühlingshaften Temperaturen erwachen die Zecken aus ihrer Ruhe und erklimmen Gräser und andere, für sie optimale Angriffspunkte, um sich dann von potentiellen Wirten wie Vögel, Reptilien und Säugetiere abstreifen zu lassen. Die Gefährdungsstufe ist in den letzten Tagen von dunkelgrün (niedrigste Warnstufe) auf gelb sprunghaft gestiegen, soll heißen: Die Zecken-Saison ist eröffnet.

Wie kann man dem Zeckenbiss entgehen?

Einen optimalen Schutz gegen Zecken gibt es nicht. Ratsam ist es, auf Wanderungen, insbesondere durch Waldgebiete, möglichst lange Bekleidung zu tragen, um den Zecken wenig Hautfläche zu bieten. Natürlich könnte man auch gänzlich den Lebensraum der kleinen Blutsauger vermeiden. Wenn das jedoch nicht möglich ist, gibt es beispielsweise Anti-Zecken-Sprays, die über mehrere Stunden vor Zeckenbissen schützen.

Eine weitere Schutzmöglichkeit bieten Seiten wir beispielsweise www.zeckenwetter.de. Der Benutzer kann durch die Eingabe der jeweiligen Postleitzahl das Gefährdungspotenzial filtern. Der Nutzer gibt einfach eine fünfstellige Postleitzahl ein und kann die aktuelle Zeckenaktivität des jeweiligen Gebiets einsehen. Darüber hinaus gibt das Programm auch noch eine Prognose für die nächsten Tage ab. Hier wird auch der Gefährdungsgrad der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME angezeigt, so dass der User jederzeit abschätzen kann, ob eine Impfung eventuell in Frage kommt und sinnvoll ist.

Wie funktioniert ein solches „Zeckenradar“?

Eine „Zeckenstation“, wie die von www.zeckenwetter.de, besteht aus 10 bis 15 je 1qm großen Parzellen und befindet sich ausnahmslos im Wald, um realistische Prognosen stellen zu können. In jeder Parzelle befinden sich ca. 400 Zecken verschiedenster Entwicklungsstadien sowie senkrecht in den Boden gesteckte Holzstäbe. Sobald nun die Zecken auf die Holzstäbe klettern, wird dieses registriert und der Alarm aktiviert, denn nun befinden sich die Plagegeister auf der Suche nach einen neuem Wirt, was der Station gemeldet wird.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team